Die Geschichte von Brennnessel

Koprivnica, die Hauptstad der Podravina, bekam ihren Namen, - Sie haben es schon erraten können - dank der Pflanze, die uns häufig überhaupt nicht lieb ist, des Brennnessels. Eben aus diesem Grund kann man sagen, dass Koprivnica auf Deutsch Brennnessellstadt heißt. Der altslawische Name der nicht so gern gesehenen Pflanze hat unserer schönen Stadt eine Brandmarkung für immer gesetzt.

 

Der Ortsname Koprivnica entstand irgendwie in Zusammenhang mit Vegetation rund um die Wasserwege in diesem Gebiet, als unsere Vorfahren die Namen einiger Landzeichen wählten. Um genau zu sagen, einige Dokumente aus dem 13. Jh. (die Jahre 1207 und 1209), worin sich der Name Koprivnica befindet (Quopurnicha), erzählen nicht von der Siedlung, sondern von dem Bach Koprivnica, der auch heutzutage den gleichen Namen trägt. Es wird vermutet, dass zu jener Zeit eine Siedlung existierte und zwar im heutigen Stadtzentrum, die aber nicht in den Dokumenten mit Namen erwähnt wurde. Der Name „Castrum Kopurnicha“, unter dem man die Fortifikation in der Nähe von Koprivnica zu verstehen hat, wurde zum ersten Male in einem Dokument des Hauptmannes von Kamengrad, Namens Bogodar, im Jahre 1272 erwähnt.

 

Die Legende, die die Ursprünge des Namens von Koprivnica aus der Zeit der Mongolen Verheerung stammend, ist wohl bekannt. König Bela IV, König von Ungarn und Kroatien flüchtete vor der Tatarenhorden Richtung Meer. Die Tataren, nachdem sie die Drau überquerten, waren ihm auf die Versen und der König macht sich die Socken Richtung Festung Kalnik an. Als er den Bach Koprivnica erreichte, irgendwo in der heutigen Stadt, war er nicht vom Pferd abgesessen, da er seine Füße nicht Nass bekommen wollte, wurde dann aber vom Pferderücken in die größten Brennnesseln runtergeworfen. Es gab  von denen eine Übermenge da. Der wütende König verlieh dem Ort den Namen Koprivnica und die Einwohner nannte er Koprivinèanci - Brennesslern. So ist es bis heute geblieben.

 

Der Brennnessel brandmarkte unsere Stadt vom Anfang an, unabhängig davon, ob dass uns gefällt oder nicht. In Hinsicht des Fremdenverkehrs scheint der Brennnessel wenig versprechend zu sein. Nun aber scheint es nur so! Schon die alten Koprivnicern wussten von der Heilkraft des Brennnessels und das hätte der Vorteil sein können, weswegen die Alten sich für den Namen Koprivnica für ihre Siedlung entschieden. Mit Ausnahme der Heilkräfte der Brennnesseln, unsere Vorfahren haben Brennnesseln wohl auch als Nahrungsmittle benutzt. Dies hat der Tourismusverband erkannt und nutzt das aus, indem Feinkost, in dem für den Brennnessel als ökologische und gesunde Zutat Werbung gemacht wird,  dazu wird auch die annehmend aphrodisische Eigenschaften hervorgehoben. Der Brennnessel ist auch Zutat für Kosmetika und könnte wohl andere Wohltaten liefern. Die Verbundenheit unserer Stadt mit dem Brennnessel, der Geschichte, Einzigartigkeit, Verschiedenheit, im Gegensatz zu anderen, die gesunde Wirkung als Nahrung und Wohltun dessen, sind nur einige Elemente, die denn wohl ungenießbar aussehende Pflanze in eine attraktive, einzigartige und erkennbare Auffassung umwandelt, die dabei nicht nur in ein gastronomisch-touristisch wertvolles Produkt, sondern kann von den Besuchern genossen werden.

 
Die Feinkosten aus Brennnesseln, wie auch Souvenirs, sind in allen besser ausgestatteten Wirtshäusern und Souvenir Geschäften in Koprivnica zu haben. Die Geschichte von Brennnessel kommt ganz zu Vorschein bei dem Festival der Renaissance. Die Vorfahren der Koprivnicaner wussten die Brennnessel zu schätzen und auszunutzen und wir, die heutigen Einwohner, glauben an ihnen und verbreiten diese Geschichte mit Stolz weiter.

 
* Anmerkung: dass bei den Altslawen der Brennnessel sehr beliebt war, beweisen auch Ortsnamen in fast allen slawischen Ländern (Slowenien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, der Slowakei, Tschechien und Polen).